| Der Ortskern von Hanselaer
liegt knapp 2 km östlich des mittelalterlich geprägten Stadtkerns von
Kalkar. Das Gebiet zwischen Kalkar und Hanselaer wird weitgehend als
Weideland genutzt. Es wurde noch bis 1965, als ein neues Deichsystem errichtet wurde, bei Hochwasser des Rheins häufig überschwemmt. Vermutlich hat sich hier noch zur Römerzeit ein Rheinarm erstreckt. Urkundlich erwähnt wurde Hanselaer bereits im 12. Jahrhundert. Das Kölner Damenstift Sankt Maria im Kapitol
besaß hier einen Gutshof mit einer Kirche - schon bevor die Stadt
Kalkar 1230 auf der westlich gelegenen ursprünglich vom Rhein
umflossenen Sandbank Kalkarward gegründet wurde. Die kleine Hanselaer Dorfkirche Sankt Antonius Abbas
ist vom Friedhof, dem Küsterhaus und alten Bauernhöfen umgeben. Dem
Besucher bietet sich noch heute fast dasselbe Bild wie dem
niederländischen Künstler Jan de Beijer, als er 1746
„t´ Dorp Hanseler“ zeichnete. Kaum ein Dorf am Niederrhein hat sein
äußeres Erscheinungsbild in den letzten Jahrzehnten so gut bewahrt wie
Hanselaer. Der heutige Kirchenbau ist rund 500 Jahre alt. Im Tuffstein- und Ziegelmauerwerk der einschiffigen gotischen Kirche sind noch Spuren eines Vorgängerbaus, einer romanischen Saalkirche, zu erkennen.
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Ursprünglich flach eingedeckt erhielten Langhaus und Chor 1444 ein Kreuzrippengewölbe, das mit Rankenwerk und Heiligenfiguren ausgemalt wurde. Sankt Antonius Abbas gilt als eine der schönsten Dorfkirchen am
Niederrhein. Das Innere ist reich ausgestattet mit drei Schnitzaltären.
Auf dem Querbalken des Triumphbogens zwischen Chor und Langhaus steht eine Kreuzigungsgruppe. Besonders sehenswert ist der Hochaltar im Chor mit einer virtuos geschnitzten Bekrönung aus Ranken und Blattkrabben. Der dreiteilige Altarschrein, der dem Umkreis des Holzbildhauers Arnt van Tricht zugerechnet wird, entstand um 1530. Er beherbergt spätgotische Skulpturen
der Muttergottes sowie der heiligen Katharina und der heiligen Barbara,
die als elegant gekleidete Bürgerfrauen in der Mode ihrer Zeit
dargestellt sind.
Durch Hanselaer führen die Südroute und die Nordroute des Radfernweges Via Romana,
der Xanten mit Nijmegen verbindet. Nahe der Hanselaer Kirche informiert
eine SchautafeI über das gut 2 km südlich von Hanselaer am Fuße des
Monrebergs gelegene römische Reiterlager Burginatium |