Unser Niederrhein          - Laarbruch ... Ein Erlebnisbericht (4.Mai 2003) -       

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Hier beginnt der Bilderbogen vom 4.Mai in chronologischer Abfolge.
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Bei 17 Grad Celsius und herrlichem Sonnenschein breche ich an diesem Sonntag auf, um nach 40 Minuten Laarbruch zu erreichen. Diese Idee hat, wie ich schnell bemerke, offenbar keinen Anspruch darauf, besonders originell zu sein. Hordenweise fallen PKWs, Motorradfahrer und Radfahrer, getrieben von ihrer Neugier und dem schönen Wetter, über das Flughafengelände her. - Nicht zum ersten Mal beschäftige ich mich "als Betroffener" mit dem Kuckucksei Airport, hinein gesetzt in unsere Niederrhein-Landschaft, wobei noch unklar ist, ob das geschlüpfte Küken flugfähig ist.
Die Fotos vom fast fertigen neuen Terminal oben habe ich bewusst an den Anfang gesetzt, obwohl sie die chronologische Abfolge nicht widerspiegeln. - Warum? Mit ihnen kann man so schön Meinung machen.
Das obere Foto zeigt ein schickes, modernes Gebäude, das untere betont den Baustellencharakter. So schön schwarz-weiß. Als ich später das Gelände verlasse, habe ich mir - beseelt durch die Atmosphäre des Ortes - reichlich Gedanken gemacht und bin endlich zu einer eigenen Meinung gelangt. Auch weiß ich jetzt, warum ich dem Stopp-Laarbruch-Verein nicht beigetreten bin (das Flugblatt mit der "Todesanzeige" hat mir endgültig die Augen geöffnet).
Also: Verstärkt durch die Presse vernehmen wir das, was Interessenvertreter verlautbaren. Um sich Gehör zu verschaffen, beziehen sie gerne extreme Positionen oder stellen Positionen oder Sachverhalte extrem dar, d.h. extrem positiv ("rosarote Brille") oder extrem negativ ("der Niederrhein ist verstorben"). So schön schwarz-weiß eben. Eine eigene ruhige Inspektionstour per Rad  im frischen Wind - die Fotos mögen es belegen -  führt zur einzig sinnvollen Schlussfolgerung: NIX GLAUBEN, SELBER SCHAUEN und URTEILEN.
Sämtliche vorgedachten Szenarien sind Wechsel auf die Zukunft und daher nicht verifizierbar. Nur die Fakten helfen weiter:
- EINE Fluglinie, Marktführer durch aggressives Marketing und Übernahmen, bedient EIN Ziel.
  Die Flüge nach Stansted und zurück sind Realität.  Auch gilt: wer hoch fliegt, stürzt oft besonders tief.
- Ein (siehe Fotos) brandneues Terminal, mit Millionenaufwand errichtet, steht kurz vor der Vollendung.
  Die weitere Infrastruktur ist im wesentlichen gegeben. Hier können erklecklich Viele ihr Gesicht verlieren.
- "Die Deutschen" sind - trotz Wirtschaftsflaute - bekannt als besonders reiselustig.
- Laarbruch steht in Konkurrenz zu anderen Regional-Flughäfen.
- Flugzeuge - auch die modernen - sind laut. Wem sie zu nahe kommen, ist ihrem Lärm ausgesetzt.
  Lärm kann krank machen, wenn er unerwünscht ist.
- Je mehr Flugzeuge, desto mehr Lärm. - Je mehr Flugzeuge, desto mehr Passagiere.
  Je mehr Flugzeuge, desto mehr Arbeit. Je mehr Flugzeuge, desto mehr Verkehr im Umfeld.
- Der Niederrhein ist strukturschwach.
Als ich einen Schluck aus der Mineralwasserflasche mache, wird´s mir klar: die
DOSIS macht es. Darin liegt das Geheimnis. Die paar Starts und Landungen, die momentan zu verzeichnen sind, machen den Niederrhein garantiert nicht kaputt. Selbst wer unmittelbar in den Einflugschneisen liegt, kann damit fertig werden. Die Kunst ist wohl, den Punkt zu finden, wo die tätsächliche Belastungsgrenze eines Großteils der Menschen in der Umgebung des Flughafens erreicht ist, immer vorausgesetzt, dass der Flughafen sich zum Erfolgsmodell mausert. Dieses "Feintuning" entzieht sich jedoch der theoretischen Erörterung weitgehend, da hellseherische Fähigkeiten auch bei Politikern relativ selten vorkommen. Das geht nur empirisch, braucht also Zeit. Diese sollten wir uns ganz gelassen nehmen. - Für den Fall des Falles hätte ich eine Idee: Das neue Terminal könnte Außenstelle von Schloss Moyland werden, frei nach dem Motto: Noch´n Museum!  
Eine Abteilung könnte den siegreichen Flughafengegnern gewidmet sein, mit geschmackvoller Darstellung der wohlsituierten Damen und Herren im Bild, vorzugsweise auf der Terrasse ihres Eigenheimes sitzend, bei Kaffee und Kuchen, aufmerksam dem Zwitschern der Vogelschar im eigenen Gehölz lauschend, auf dem Tisch eine Ausgabe der Niederrhein-Nachrichten. Überschrift: Selbstloser Einsatz für den Niederrhein.

Zwischendurch habe ich jede Menge Fotos gemacht. Die Hinterlassenschaften der Briten haben mich dabei fast noch mehr interessiert als der Airport. Das war richtig interessant. Also: Wiederkommen!

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