Unser Niederrhein Tour nach Schenkenschanz
am 21.Mai
2002 (Die.)
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Auf
der ersten Seite des Niederrhein-Krimis
lesen Sie folgendes: "Ulli
schlenderte durch die Öffnung zwischen den
meterdicken Mauern zum Dorf hinaus und ließ
ihren Blick über die fetten Weiden mit ihren
hohen Pappelgruppen schweifen. Man konnte
sich nur schwer vorstellen, dass dieser
Ort bei Hochwasser zu einer Insel wurde.
Der Rhein war Kilometer entfernt, und der
kleine Altrheinarm zu ihrer Linken hatte
wahrlich nichts Bedrohliches an sich. Sie
entdeckte die Mastspitzen zweier Segelboote,
die gemächlich Richtung Hafen glitten...."
Ruhig
liegt Schenkenschanz im Sonnenlicht, nur
ab und an hat mich auf den letzten, fast
schnurgeraden 4 km
ein Auto überholt (Martin-Schenk-Straße,
Bau 1964), das Rauschen des Windes
war oft das einzige Geräusch. Hier in Rheinnähe,
umgeben von saftigen Wiesen, oft voll mit
blühendem Hahnenfuß - einem gelben Meer
gleichend - habe ich ganz deutlich das
Empfinden: das ist NIEDERRHEIN. Dann
biege ich rechts ab Richtung Ex-Festung,
später werde ich hier auf die Fähre nach
Düffelward fahren.
In
den teilweise engen Sträßchen komme ich mir
recht alleine vor: ein paar spielende Kinder,
ein Mann, der im Garten Sägearbeiten verrichtet,
das ist alles. ... Sonst angenehme Ruhe.
.
An dieser Stelle wollte ich ursprünglich
umkehren, aber der immense Rückenwind bis
hierher hatte kräfteschonend gewirkt. Also
spontan umdisponiert: Auf nach Mehr und
Nütterden.
Ein
schönes Stück Niederrhein! Gesamtlänge
der Tour ca.86km.
Die
Fähre, auf der ich stehe, wurde
bereits 1945 gebaut, finde ich
später heraus. Die Fähre
ist seit 1966 im Einsatz und
soll in 2003 durch eine neue
ersetzt werden ("Doppelendfähre").
Sie wird auf einer Werft in
Andernach gebaut und über den
Rhein ihre neue Heimat erreichen.
Die jetzige Fähre kann höchstens
50 Personen gleichzeitig befördern,
die neue wird die doppelte Kapazität
haben. Der Mercedes-Diesel der
alten Fähre hat selten Probleme
bereitet, die beiden Schrauben
haben zuverlässig ihre Runden
gedreht. Die neue Fähre wird
mit einem sog. "Jetantrieb"
daher kommen.
.
Für
0,85 Euro brachte mich der Fährmann
exklusiv nach Düffelward;
die
Kirche des Ortes erkennt man im Hintergrund.
Sie war von mir schon in 2001 besucht
worden.
Das
Kirchlein wirkt, efeuumrankt,
geradezu romantisch auf den
Besucher.
Mit wieviel
anderen Fietsern und Ausflüglern
hätte ich mir gestern (Pfingstmontag)
und vorgestern diese besonders
exponierte Ortschaft teilen
müssen. Es ist sonst wirklich
ein stilles Kleinod, vor langer
Zeit hervorgegangen aus einer
ersten Burg, gegründet von Graf
Johann im 14.Jh.. Im Kampf gegen
den Rheinstrom unterlag sie
mit der Zeit, bis Martin Schenk
von Nideggen daher kam und um den
Bereich des Turmes eine neue
Festung anlegte. Nach ihm ist
folglich der Ort benannt. Diese
Festung hielt eine ganze Zeit,
wurde dann - wie ich lesen konnte
- aber 1672 erobert und wurde
relativ bedeutungslos. Von kriegerischen
Wirren heutzutage keine Spur,
im Gegenteil: ein friedfertigeres
Plätzchen mit größerer Ruhe
und atmosphärischer Intensität
dürfte schwer zu finden sein.